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1000 Tage Gründer - Learnings eines Entrepreneurs

Andreas Klassen

6 Juni, 2019

Andreas Klassen, Author des Blogs, Entreprenerd!
1000 Tage Gründer! Mittlerweile mehr als 1000 Tage bin ich Gründer! Da kommen einige Erfolge und Fuckups zusammen, deswegen hier mein Resümee nach 1000 spannenden, schweren, aufregenden und harten Tagen der Selbstständigkeit! Was ich gelernt habe, was ich Neu-Gründern als Rat an die Hand geben kann und womit man definitiv rechnen muss wenn man den Weg eines Entrepreneurs gehen will. Alle Lektionen die ich bis dato gesammelt habe fasse ich hier zusammen. Auch wenn einige vielleicht Selbstverständlich scheinen, sind andere nicht ganz so offensichtlich und deswegen umso lehrreicher.

Hier ein erster “Sneek-Peek” zu meinen Learnings der ersten 1000 Tage
  1. Kenne deine Motivation!
  2. Nimm dir Zeit, ein Unternehmen aufbauen ist ein Marathon.
  3. Timing ist wichtiger als das erkennen von Long-Term Trends!
  4. Kenne deinen Kunden besser als er sich selbst
  5. Löse echte Problem oder lass es bleiben
  6. Deine Idee ist nichts Wert
  7. Es wird alles anders als geplant

1. Wieso willst du ein Unternehmen gründen? - Kenne deine Motivation!

Es gibt viele verschiedene Gründe, ein Unternehmen zu gründen! Viele verschiedene Gründertypen und verschiedene Motive! Einige wollen die Welt zum positiven verändern, einige wollen Probleme auf eine elegante Art lösen, andere streben nach Unabhängigkeit und wiederum andere wollen einfach nur einen großen batzen Geld und Ruhm! Das ist alles soweit in Ordnung! Doch solltest du dir deiner Motivation mehr als bewusst sein! Denn diese Motivation sollte so stark sein, dass sie dich durch die schwersten Zeiten trägt! Harte Entscheidungen und schwere Zeiten, seien es finanzielle Engpässe, Fuckups, personelle Fehlgriffe oder ein dutzend anderer Probleme.. die potentielle Liste ist lang.

Die intrinsische Motivation bestimmt nicht nur darüber wie weit du dein Unternehmen trägst und wie lange du durststrecken aushältst, sondern sie diktiert auch die Art von Unternehmen die du gründest. Wenn du nur aufs große Geld aus bist, wirst du wahrscheinlich eher ein VC Case aufbauen mit einem schnell wachsenden und skalierenden Business Model, welches dir ein großen Exit verspricht. Bei einem nachhaltigen Unternehmen könntest du sogar auf große Gewinne verzichten, viele Remote Mitarbeiter im Team haben und auf Fancy-Stuff verzichten. Wenn du ein bestimmtes Problem lösen willst, wirst du höchstwahrscheinlich die innovativsten Ideen haben, aber nicht zwangsläufig ein extrem großes Unternehmen aufbauen.

Ich hoffe du hast verstanden wie wichtig es ist sich über seine eigene Motivation bewusst zu sein! Du möchtest wissen, was mich angetrieben hat?
In diesem Artikel habe ich über meine Gründe und meine Motivation zum gründen geschrieben.


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2. Ein Unternehmen aufbauen ist ein Marathon, kein Sprint! Mit 10 Jahre sollte man schon rechnen!

“Wow, 10 Jahre.. das ist eine lange Zeit”.

Natürlich scheint das auf den ersten Blick eine lange Zeit, besonders bei den abertausenden Coaches und Propheten im Internet die einem Millionenerträge in 30 Tagen versprechen oder im Kontrast zu den enormen erfolgen der Silicon Valley Founder wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg.
Doch wenn man sich Faktenlage anschaut braucht ein Unternehmen seine Zeit um einen gewissen Grad an Reife und Stabilität zu erlangen. Auch im Hinblick auf die Beweggründe und Praktiken von Investoren und VC’s die immer in Zeitlichen Horizonten von 6-10 Jahren agieren, sollte man nicht blauäugig an die Sache rangehen und mit 10 Jahren rechnen. Es gabe in der Vergangenheit sicherlich Zeiten in denen man deutlich schneller massiven Erfolg erreichen konnte, doch die Äre der Unicorn und IPO’s innerhalb von wenigen Jahren ist definitiv vorbei.

Abschließend ein Denkanstoß! 10 Jahre für sich und seine Zukunft zu investieren und ein eigenes Unternehmen aufbauen scheint enorm viel, doch die alternative als klassischer Arbeitnehmer der 45 Jahre bis zur Rente arbeitet scheint vernünftig und normal?

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3. Die meisten Long-Term Trends sind ziemlich offensichtlich, das richtige Timing eher nicht

Diese Aussage mag dich vielleicht überraschen, doch langfristige Trends sind in der Regel nicht allzu schwer zu erkennen. Wenn man 10-15 Jahre zurück schaut, dann gab es damals genug Experten und Forscher die dem Internet und Smartphones eine riesen Relevanz beigemessen haben. Behielten sie recht? Smartphones und das Internet sind so stark in unserem Leben verwurzelt, dass die meisten sich ein Leben ohne, gar nicht mehr vorstellen könnten.
Wenn wir uns die kommenden 10 Jahre anschauen, dann sind sich die meisten Experten einig, dass Themen wie Künstliche Intelligenz, Blockchain, 3D-Druck, Autonomes fahren oder Augmented Reality die nächsten großen Gebiete werden. Auf eines der starken Felder zu setzen ist also nicht allzu schwer, doch die Herausforderung liegt darin, das richtige Timing oder den perfekten “Go-To-Market” Zeitpunkt für das Produkt zu finden. Es sind viele Faktoren die über Sieg oder Niederlage entscheiden! Reife der Technology, Bereitschaft der Zielgruppe oder auch Awareness, Preis und Konkurrenz nur um ein paar Faktoren zu nennen.

Ein Beispiel:
  • Facebook hat 2013 stark auf VR gesetz und hunderte von Millionen in die Technology gesteckt. 2016 gab es den Produktlaunch. Ohne signifikanten erfolg und heute im Jahr 2019 ist VR immer noch kein Mainstream Produkt.
  • Google stellte 2010 Google Glasses vor. Eine AR Brille die zu dem Zeitpunkt revolutionär und disruptiv wirkte. Leider wurde das Projekt zwei Jahre später eingestampft, da niemand etwas damit anzufangen wusste.

Selbst die Big-Player haben mit dem richtigen Timing schwierigkeiten und keiner kann wirklich genau sagen wann genau der beste Zeitpunkt ist und sich diese Trends im Massenmarkt manifestieren. Wenn ein Unternehmen zu früh mit meinem Produkt an den Markt geht oder es zurückhält, kann es Millionen kosten. Wartet bis sich eine Technology etabliert hat, könnte es den Anschluss zur Konkurrenz verlieren. Ein Beispiel wäre da Nokia, die den Smartphone Zug verpasst haben.

„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein“
Du solltest dich immer Fragen: Welches spezifische Problem Löse ich und wieso ich genau jetzt der richtige Zeitpunkt?

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4. Kenne deinen Kunden besser als er sich selbst kennt

Kenne deinen Kunden! Es ist auf so vielen Ebenen so wichtig! Keine Studie, kein Konkurrent und kein Markt diktiert was der Kunde haben möchte! Das erfährst du nur durch Befragungen, Analysen und Feedback-Loops mit dem Kunden und ständigem verfeinern deines Produktes oder Services! Einer der vielen Gründe, warum Jeff Bezos der reichste Mann der Welt ist, ist sein unermüdlicher Fokus auf den Kunden, während er die Konkurrenten (und die Wall Street) weitgehend ignoriert. An ihm solltest du dir ein Beispiel nehmen! Er hat verstanden was es heißt “Am Kunden entlang” zu entwickeln! Start-up-Management-Teams verbringen viel zu viel Zeit damit, die Aktionen ihrer Konkurrenten zu betrachten und zu wenig mit dem Kunden zu interagieren, um zu erfahren, was die Leute wirklich kaufen möchten und was wirkliche Pain-Points und Probleme des Kunden sind.

5. Löse echte Probleme, oder lass es gleich bleiben!

Um direkt am vorherigen Punkt anzuknüpfen, geht es hier mit synthetischen Problemen oder “First-World-Problems” weiter. Probleme bzw Pain-Points, die eigentlich kein Kunde hat, die weitestgehend Konstruiert sind oder die Zielgruppe viel zu klein ist um einen signifikanten Wertbeitrag für ein Unternehmen zu leisten. Jedes “Pitch-Deck hat die Seite “Das Problem” oder “Pain-Point”. Bei knapp 9 Seiten in einem Pitch-Deck, ist das Problem eines der essentiellen Teile eines Pitch-Decks. Was oft fehlt, ist allerdings eine Validierung durch potentielle Kunden. Ein Problem zu identifizieren oder ineffizienzen zu sichten ist recht einfach, doch heraus zu finden ob das “Problem” auch als solches beim potentiellen Kunden empfunden wird, dass ist der wichtige Teil! Erst wenn du potentielle Kunden hast, die deine Annahmen bzw Hypothesen (denn etwas anderes sind es Anfangs nicht) bestätigen, werden es Probleme die Wert sind gelöst zu werden! Wenn das Problem nur ein synthetisches Problem ist, kann deine Lösung noch so genial und elegant sein, du wirst es schwer haben Gewinne zu erzielen.


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5. Deine Idee ist nichts Wert!

Das klingt für jeden der noch nicht die Erfahrung hart. “Aber meine Idee ist doch so genial!”. Mag sein.. deine Idee ist aber ohne Execution nichts und aus einer Idee alleine ist noch kein Unicorn geworden. Um ein Business zum Erfolg zu bringen, benötigt es so weitaus mehr. Ein Produkt/Service muss entwickelt werden, das Team muss stimmen, Investoren müssen überzeugt werden, das Timing muss stimmen und vieles mehr.
In meiner bisherigen Karriere habe ich viele Gründer getroffen und bin einige Kooperationen eingegangen. Das erstaunliche war die Menge an NDA’s die ich unterschreiben sollte. Viele junge Gründer oder First-Time-Preneure gehen in Stealth-Mode und wollen nicht offen über ihre Idee sprechen, da sie Angst haben, dass ihre kongeniale Idee geklaut wird.( Mal abgesehen davon, dass ein NDA keinerlei Schutz bietet) Eine Fatale entscheidung, da ihre Idee sich nicht entwickeln wird, nicht genügend Feedback gesammelt wird (wie wichtig Feedback ist habe ich ja schon erwähnt) und an Investoren sendet dies ein Signal der Unsicherheit und Angst.

“Glaubst du, dass jemand anders, deine Idee besser umsetzen könnte als du?”

Einen ausführlichen Artikel zur Wertlosigkeit deiner Idee habe ich hier verfasst und wenn du noch schwierigkeiten haben solltest und inspiration bei der Ideenfindung benötigst, wirst du hier fündig!

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6. Dein Business wird sowieso anders aussehen als geplant

Wie unwichtig die initiale Idee ist konnte ich dir hoffentlich im vorherigen Punkt deutlich machen. Wenn man mit dem Kunden spricht entwickelt sich deine Idee sowieso weiter. Einen weiteren Pivot nimmt sie meistens, wenn man die Monetarisierung mit ins Spiel nimmt und ein Business Modell um die Idee basteln muss, um Geld zu verdienen. Ein Beispiel wie stark sich Ideen durch ein Business Modell wandeln können, konnte man am lebenden Objekt namens Facebook beobachten. Anfangs ein Netzwerk für Studenten, entwickelte es sich zu einer Werbeeinnahmen getriebenen News-Plattform. Ein anderes Beispiel ist Uber, welches Anfangs nur ein Limousinen Service war und sich heute zu einer Mobility Krake entwickelt.